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Studiengang Casemanagement - erste Absolventen als Akademiker verabschiedet

Glänzende Berufsaussichten im Patientenmanagement - großer Bedarf in Schleswig-Holsteins Krankenhäusern

Heide/Neumünster - Sie haben sechs anstrengende Semester und eine anspruchsvolle Prüfung hinter sich. Neben ihrer Arbeit in schleswig-holsteinischen Krankenhäusern haben sie gelesen, gelernt und geforscht. Jetzt wurden sie mit einem akademischen Titel und glänzenden Berufsaussichten belohnt. Im Rahmen einer Feierstunde im Heider Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen (BBG) erhielten die zwölf ersten Absolventen des neuen Studiengangs "Casemanagement BBA" ihre Bachelor-Urkunde.

"Noch vor wenigen Jahren war der Begriff Casemanagement nur wenig bekannt. Jetzt haben wir allein hier an der Westküste für Spezialisten auf diesem Gebiet mehr offene Stellen, als wir besetzen können", sagte Harald Stender, Geschäftsführer der Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide gGmbH. Aufgabe der "Fallmanager", die überwiegend aus Pflegeberufen kommen, sei es, auf Stationen und in den Ambulanzen geregelte Abläufe in der Patientenversorgung zu garantieren. "Angesicht der schwindenden Ressourcen, des Personalmangels und einer Gesamtleistung, die immer arbeitsteiliger wird, kommt diesem Studium eine wachsende Bedeutung zu", erläuterte Stender.

In den vergangenen drei Jahren studierten die Absolventen des Studiengangs neben dem Kernfach des Pflegemanagements auch Aspekte aus den Themenfeldern Betriebswirtschaft, Personalmanagement, Wirtschaftsmathematik, Unternehmensführung, Marketing und vieles mehr. Ihre praktischen Kenntnisse wurden somit auf eine breite wissenschaftliche Basis gestellt. Zurück in den Kliniken und anderen Einrichtungen sind sie jetzt, teilweise in leitender Position, unter anderem für das Patientenmanagement oder die organisatorische Unterstützung des ärztlichen Dienstes zuständig. Dazu kann die Einführung von geregelten Abläufen bei der Entlassung von Patienten zählen - um nur ein Beispiel zu nennen.

Im Namen des 6K-Klinikverbundes erläuterte Alfred von Dollen, Geschäftsführer des Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster (FEK) und Vorsitzender des Verbundes, welche Überzeugungsarbeit nötig war, um den Studiengang ins Leben zu rufen. "Immerhin mussten Mitarbeiter dafür frei gestellt - alle sind ja schließlich in Lohn und Brot - und auch die Finanzierung des Projekts übernommen werden." Von Dollen betonte, dass er den Pflegedienst als das Rückgrat der Organisation der Patientenbetreuung betrachte. Grundsätzlich ist der 6K-Verbund die Keimzelle des Studiengangs; die Studenten kommen jedoch auch aus anderen Krankenhäusern oder Einrichtungen, teils sogar von außerhalb Schleswig-Holsteins.

Die Redner hoben vor allem die Arbeit der Initiatoren und Studienleiter hervor. Dabei wurden vier Namen genannt: Kathrin Sawade vom Pflegedienst des FEK, die im Jahr 2009 maßgeblich an der Erstellung des Curriculums, also des Studienplans, beteiligt war und das berufsbegleitende Studium bis heute betreut; Angelika Nicol, Pädagogische Leiterin des BBG, die die Organisation in Heide übernahm; Genia Dohnke vom Klinikum Itzehoe, die für die wissenschaftliche Begleitung des Studiengangs zuständig ist; Prof. Dr. Marcel Sailer von der Steinbeis Hochschule Berlin, der das Studium von Seiten der Fachhochschule betreut. Ein Dank ging auch an Dr. Harri Heise, der den Absolventen die Wirtschaftsmathematik nahe gebracht habe.

Christian de la Chaux, Pflegedirektor des FEK, ging noch einmal auf die Anfänge und Planungen des in Schleswig-Holstein einzigartigen Studiengangs ein: "Es war nicht einfach, die Idee für diese Ausbildung mit akademischem Abschluss bei den zuständigen Stellen durchzusetzen. Aber wir brauchen weitere Mitarbeiter mit dieser Qualifikation, um den Herausforderungen an die Pflege begegnen zu können."

Als Sprecherin des ersten Studiengangs dankte Tatjana Philippsen allen Lehrkräften und Organisatoren, insbesondere Kathrin Sawade, für ihren Einsatz. Im Anschluss daran kam es zur feierlichen Übergabe der Bachelor-Urkunden an folgende Absolventen: Thorbjörn Dierks, Birgit Witt, Julia Saskia Hell, Martin Dorn, Ulrike Martens, Ivonne Günster, Marion Ronschke, Roswitha Kampf, Rainer Mahlstedt, Sabrina Gut, Tatjana Philippsen.

Der Studiengang startete im Jahr 2009 mit insgesamt 22 Studenten, von denen vier nach Abschluss der Weiterbildung Casemanagement, also dem ersten Abschnitt, das Studium beendeten. Weitere fünf Studenten haben die Abgabe ihrer großen wissenschaftlichen Hausarbeit (Thesis) um ein Semester verschoben und nur eine einzige Studentin hat die Maßnahme ohne Abschluss verlassen. Der gesamte Studiengang ist mittlerweile vom BBG Heide an das FEK nach Neumünster umgezogen.

Casemanagement - Absolventen und Dozenten
Geschafft! Die Absolventen des Studiengangs gemeinsam mit Lehrkräften und Vertretern der schleswig-holsteinischen Krankenhausdirektorien nach der Übergabe der Bachelor-Urkunden. (Foto: Kienitz)



 
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